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Wahre Familiengemälde und ganz gewöhnliche Menschen
pp. 122-154
Abstract
1731 erscheint der erste Teil von Pierre Carlet de Marivaux" Roman "La vie de Marianne ou les Aventures de Madame la Comtesse de ***", der erst 1742 mit dem elften Teil abgeschlossen wird. Wie Marivaux darin nicht müde wird zu betonen, handelt es sich nicht nur um die Lebensgeschichte einer Frau, sondern auch um deren Selbstbiographie. Das wiederum erklärt dann auch, warum das Buch "kein Roman", sondern "die Wahrheit" ist — die Wahrheit, wie sie einem mittelmäßigen Menschen mit alltäglichen Geistesgaben vorkommt. (vgl. Marivaux 1968. S. 8 u. 10) Mögen diese Geistesgaben auch in Mariannes und Marivaux" Augen nicht gerade überragend sein, auf jeden Fall hält sie sich für ein empfindsames Wesen und behauptet weiterhin, daß ihr Leben lang ihr "Herz voller Rücksicht auf das Herz der anderen" gewesen ist. (a. a. O. S. 53)
Publication details
Published in:
Jung Werner (1994) Schauderhaft banales: Über Alltag und Literatur. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 122-154
DOI: 10.1007/978-3-322-94202-9_7
Full citation:
Jung Werner (1994) Wahre Familiengemälde und ganz gewöhnliche Menschen, In: Schauderhaft banales, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 122–154.